Vollversammlung der schwulen und bisexuellen Studenten 2016

Wann: 18.11.2016, 19:00 Uhr
Wo: Plenumsraum im AStA der WWU Münster, Schlossplatz 1, 48149 Münster

Die Vollversammlung dient zum Einen der Wahl der Referenten der homo- und bisexuellen Studenten. Darüber hinaus geben die Referenten einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Weitere Punkte können der Tagesordnung auf Wunsch des Plenums hinzugefügt werden.

Da nur Studierende Westfälischen Wilhelms Universität wahlberechtigt sind, muss ggf. zur Wahl auf Nachfrage ein gültiger Studienausweis vorgelegt werden. Nicht angehörige der WWU sind jedoch ebenfalls eingeladen, sich in die Diskussionen einzubringen.

Vorgeschlagene Tagesordnung:

1. Eröffnung der Vollversammlung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
2. Wahl des Versammlungsleiters, des Protokollführers und des Wahlleiters
3. Beschluss der Tagesordnung
4. Rechnungsbericht 2016
5. Rechenschaftsbericht & Entlastung der Referenten
6. Wahl der Referenten
7. Wahl des Kassenprüfers
8. Sonstiges

Bitte beachtet, dass an diesem Tag das Frühstück ausfällt. Dafür laden wir Euch nach der Vollversammlung abends noch zum netten Beisammensein im Referatsbüro ein.Außerdem besteht die Möglichkeit, danach noch weiter in die Altstadt zu ziehen.

Nach Orlando: Die »queer community« übt die kulturalistische Unterwerfung

Vortrag und Diskussion mit Tjark Kunstreich

Wann: 27.10.2016, um 19:30 Uhr
Wo: Hörsaal F2 Fürstenberghaus, Domplatz 20-22, 48143 Münster

Die Mutmaßungen über den Massenmörder, der am 12. Juni 2016 im Pulse-Club im Alleingang einen Pogrom exekutierte, sowie die Art und Weise, in der die »queer community« den 49 Ermordeten gedenkt, haben eines gemeinsam: das Schweigen über den islamistischen Hintergrund der Tat.
Dem Mörder wird zugeschrieben, er sei »homophob« aus der Verdrängung der eigenen Homosexualität gewesen; die Ermordeten werden zu Opfern zu lascher Waffengesetze in den USA. Entsprechend wendet sich die Community gleichermaßen gegen »Islamophobie und Homophobie« und protestiert in vorauseilender Empörung gegen die Stigmatisierung von Muslimen.

Die Möglichkeit aber, dass dieser Massenmord an Menschen, die in einem schwulenfreundlichen Club feierten, selbst mit strengsten Waffengesetzen stattgefunden hätte, weil der Täter Schwule und Lesben treffen wollte, weil er deren Freiheit gehasst und weil er im Namen des Islams gehandelt hat, kann nicht in Betracht gezogen werden.
Denn das würde bedeuten, dass sich die Opfer von Orlando in nichts von denen im Bataclan in Paris, von denen in Bagdad oder Istanbul oder Tel Aviv unterscheiden und dass deren Gemeinsamkeit wiederum – leider – nur im Bewusstsein der Mörder existiert: Sie stehen für den Westen, die Dekadenz, die Musik-Fans, die Alkoholtrinker, die emanzipierten Frauen, die Juden, die Homosexuellen, die Transsexuellen.

In diese Gemeinsamkeit, wie sie von den Islamisten von Dhaka bis Orlando hergestellt wird, möchte sich die »queer community« nicht einreihen, im Gegenteil: Israel und der Westen sind ihr verdächtig, weil sie den Homo- und Transsexuellen Rechte gewährt, die unterdessen fast als selbstverständlich wahrgenommen werden. Sich zu diesen Rechten zu bekennen und für sie einzustehen, würde bedeuten: einzugestehen, dass das tatsächliche »Pinkwashing« – die Freundlicherwerdung des Westens durch die unbewusste Integration der Homoerotik in der kommerziellen Kulturindustrie, Mode, Popmusik, deren institutioneller Ausdruck die neuen Homorechte sind – erfolgreich war und die Homosexuellen dafür von den Feinden dieser Freundlichkeit zum Symbol erhoben werden – so wie die Juden für die Wohltaten der »Verjudung« verantwortlich gemacht werden. Die Reaktion dieser »community« auf den Massenmord von Orlando ist daher ein Aspekt kulturalistischer Unterwerfung.

Tjark Kunstreich, geb. 1966, Publizist und Sozialarbeiter, hat in den letzten zwanzig Jahren zahlreiche Beiträge zur Gesellschaftskritik u.a. für konkret und Jungle World geschrieben. Buchveröffentlichungen: Ein deutscher Krieg. Über die Befreiung der Nation von Auschwitz (1999), Nach dem Westen (2004) und Dialektik der Abweichung. Über das Unbehagen in der homosexuellen Emanzipation (2015).

Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats im AStA der Universität Münster in Kooperation mit der Gruppe et2c.

Selbsthass & Emanzipation – Das Andere in der heterosexuellen Normalität

Buchvorstellung und Lesung mit Patsy l’Amour laLove.

Wann: 03.09.2016 um 18:30 Uhr
Wo: Auditorium im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10

Nicht nur Heterosexuelle betonen möglichst häufig, wie tolerant und liberal die Gesellschaft doch mittlerweile geworden sei – gerade in Bezug auf Schwule, Lesben und Transmenschen. Auch diesen ist die Normalität ein großes Anliegen, zu der es zu gehören scheint, dass alles, so wie es ist, in bester Ordnung sei. Die Feindseligkeit aber ist immer noch vorhanden. Am deutlichsten spürbar im Coming-out, das auch heute für die meisten ein Problem darstellt.
So weit kann es also nicht her sein mit der Normalität der Anderen. Anderssein wird abgewertet, was sich nicht zuletzt auf die Anderen und ihren Umgang mit sich selbst auswirkt.

Patsy l’Amour laLove ist Polit-Tunte in Berlin, promoviert zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre in der BRD, ist Beraterin und Referentin für LGBTI an der Humboldt-Universität zu Berlin, forscht und schreibt zu Selbsthass, Männlichkeit und Pornographie.
www.patsy-love.de

Eine Veranstaltung des autonomen Schwulenreferats der Universität Münster und des LWL-Museums.

CSD Münster 2016 – Demonstration und Strassenfest

Am 29. April 1972 fand in Münster die erste Schwulen-Demo Deutschlands statt.
Seitdem hat sich im Land viel geändert. Unsere Community ist größer und bunter geworden.
Doch noch immer gibt es Diskriminierung und Gewalt gegen LSBTIQ*-Menschen, in Deutschland und weltweit.

Daher fordern wir am 27. August: STELLT EUCH QUER!
Stellt euch quer gegen Menschenfeindlichkeit!
Stellt euch quer gegen Repression und Intoleranz!
Stellt euch quer gegen Hass!
Stellt euch quer gegen Homo- und Transphobie!

Der CSD Verein in Münster veranstaltet bewusst keine Parade, sondern eine Demonstration! Wir treffen uns ab 11.15 am Servatiiplatz. Die Demo beginnt um 11.30 Uhr.
Sie führt durch die Münstersche Innenstadt, stoppt für eine Kundgebung am Prinzipalmarkt und mündet in das Straßenfest auf dem Rathausinnenhof, das um 13 Uhr beginnt. In diesem Jahr wird es eine neue und überraschende Route geben.

Wie in den letzten Jahren freuen wir uns über die Teilnahme aller Menschen, die mit uns gemeinsam für Menschenrechte ihre Stimme erheben wollen.
Kommt zahlreich und unterstützt uns!

Besonders schön fänden wir es, wenn Ihr dabei die Farben der LSBTIQ*-Bewegung tragt: den Regenbogen. Benutzt Regenbogen-Fahnen, Banner etc. und/oder lasst eure politischen Forderungen sichtbar werden!

Allgemeiner Hinweis: Teilnehmer*innen müssen sich nicht anmelden. Seid Ihr aber eine größere Gruppe, die ihre Zahl ungefähr beziffern kann, hilft es uns sehr, wenn ihr uns diese mitteilt.
So können wir die Gesamtgröße der CSDemo abschätzen und zum Beispiel die notwendigen Ordner*innen besser einplanen.
Auch helft Ihr uns, wenn Ihr uns mitteilt, ob Personen des öffentlichen Lebens in Eurer Gruppe dabei sind. E-Mail an: demo@csd-muenster.de

Zudem noch die Bitte an alle: Bemerkt ihr während der Demo diskriminierendes, menschenverachtendes Verhalten oder Materialien, auf denen verfassungsfeindliche Aufschriften und/oder Bilder zu erkennen sind, so teilt dies den Ordner*innen mit, damit wir einschreiten können. Vielen Dank!

Vortrag: Anthropologie männlicher Homosexualität

Wann: 15.08.2016, um 19:00 Uhr
Wo: Hörsaal JO 1, Johannisstraße 4, 48143 Münster

Vortragende: Annette Raczuhn

Der Vortrag befasst sich mit der Anthropologie männlicher Homosexualität von der Antike bis zur Neuzeit.
Es soll ein Überblick über die Kulturgeschichte der gleichgeschlechtlichen Liebe gegeben werden. U. a. wird auf Bibelstellen sowie die Gestaltung antiker Vasen, ebenso auf die Entstehung des Wortes »schwul« eingegangen. Ebenso werden wir uns mit Homosexualität während des NS-Regimes
befassen und einen Überblick über die Geschichte des Paragraphen 175 erhalten.
Dieser Vortrag soll als Kanonenfutter gegen homophobe Äußerungen angesehen werden. Denn diese sind meist mehr heiße Luft als dass sie auf fundierter Wissenschaft basieren.
Eine rege Diskussion ist wie immer erwünscht!

Annette Raczuhn ist Lehrbeauftragte für Gender Studies an der Universität Bochum.

Die Veranstaltung ist kostenlos und barrierefrei und findet im Rahmen der diesjährigen Pride-Weeks des CSD Münster statt.
(https://csdmuenster.wordpress.com/pride-weeks-2015/)

Frühstück und Sprechstunden in der vorlesungsfreien Zeit

Hallo zusammen!

Wie ihr wohl alle wisst hat am 22.07.2016 die vorlesungsfreie Zeit begonnen.Das Schwulenreferat wird in dieser Zeit weiterhin für euch da sein, allerdings in reduzierter Stundenanzahl.

Frühstück in den Ferien:

05.08.

19.08.

02.09.

16.09.

30.09.

Die Sprechstunden am Dienstag und Donnerstag werden jeweils in den Wochen stattfinden in denen auch das Frühstück stattfindet.

Bei dringenden Problemen sind wir natürlich über unsere Email immer zu erreichen.

Liebe Grüße
Phil & Rayk

Das große queere Sommerfest!

Wann: 15.07.2016 um 17:30 Uhr
Wo: AStA-Häuschen, Schlossplatz 1, 48149 Münster

Das Lesben- und das Schwulenreferat laden euch herzlich zum queeren Sommerfest vor dem AStA-Häuschen ein!

Wir möchten zusammen grillen, etwas trinken, Musik hören, tanzen, Spiele spielen und eine gute Zeit haben.

Da wir nur eine begrenzte Anzahl an Bierzeltgarnituren haben, bitten wir Euch, Picknickdecken u.ä. mitzubringen.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

Amelie & Finja und Rayk & Philipp

PS: Wir besorgen für Freitag Bratwürstchen, Grillkäse, Brot, Ketchup und Senf und würden uns sehr freuen, wenn ein paar Leute von euch einen Salat oder ein Dessert machen würden =)

Vortrag: Globale Verachtung und Verfolgung – Über die weltweite Repression gegenüber LGBT

Wann: 13.07.2016 um 19 Uhr
Wo: Hörsaal JO 1, Johannisstraße 4, 48143 Münster

Vortragender: Moritz Strickert

In Europa kann, zumindest auf rechtlicher Ebene, eine sukzessive Verbesserung der Lebenssituation von LGBT bei gleichzeitigem Fortbestand von Ressentiments konstatiert werden. Auch wenn „besorgte Eltern“ Angst vor der „Umerziehung“ und „Frühsexualisierung“ ihrer Kinder haben, stellen sich in vielen Regionen der Welt existenziellere Fragen. Weltweit kriminalisieren über 70 Staaten weiterhin gleichgeschlechtliche Sexualität, dies erstreckt sich von Geldbußen, über Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe.
Angriffe auf Homosexuelle und Transpersonen stellen eine traurige Alltäglichkeit dar.
Der Vortrag versucht einen einführenden Überblick über den weltweiten Stand der Sexualrepression zu geben und eine Analyse der Ursachen von Hass und Ressentiment zu liefern.
In diesem Zusammenhang wird von nationaler Vergemeinschaftung, Vorstellungen von homosexueller Verführung sowie der Angst vor dem Wegbrechen von klaren Geschlechterrollen und wachsender Orientierungslosigkeit zu sprechen sein.

Moritz Strickert hat an der Universität Bremen Soziologie und Transkulturelle Studien studiert und ist Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Zudem ist er Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Extrablatt – Aus Gründen gegen fast Alles“.

Die Veranstaltung ist kostenlos und barrierefrei.

Vortrag: Beziehungsmodelle und Partnerschaften homosexueller Männer und Frauen in der Weimarer Republik

Wann: 07.06.2016 um 19 Uhr
Wo: Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Domplatz 10

Vortragender: Dr. Stefan Micheler, Hamburg

Die Freundschaftszeitschriften und Freundschaftsverbände gleichgeschlechtlich begehrender Menschen waren in den 1920er Jahren ein neuer Freiraum, homosexuelles Selbstbewusstsein zu entwickeln und Konzepte gleichgeschlechtlichen Begehrens zu entwickeln und zu verbreiten.

Gleichzeitig wurde ein neues Partnerschaftsmodell formuliert, das für heterosexuell begehrende Menschen noch kaum entwickelt oder kaum lebbar war: die gleichberechtigte Partnerschaft unter Gleichaltrigen in Abgrenzung zur bürgerlichen Ehe einerseits und zum Modell Älterer–Jüngerer, zu flüchtigen Bekanntschaften und zu Prostitution andererseits. Man solle, wenn möglich, so schränkten einige ein, monogam leben, zumindest aber serielle Monogamie anstreben. Gegebenenfalls könne man auch gemeinsam in einer Wohnung leben. Die Vorstellung von geschlechterpolaren Rollen analog zu klassischen Rollen in der bürgerlichen Ehe wurde hingegen von den meisten Männern abgelehnt, während für Beziehungen zwischen Frauen das Modell viril-feminin innerhalb der Beziehungen eine wichtige Rolle spielte.

 

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem autonomen Lesbenreferat und dem LWL-Museum, im Rahmen der Ausstellung „Homosexualität_en“.