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Frühjahrsdemo 2017

Wann: 29.04.2017
Wo: Schlossplatz 2, 48149 Münster

Am 29. April will die LSBTI*-Bewegung an ihre Anfänge erinnern und die Demo von 1972 neu aufleben lassen. Ab 11.30 wird auf der Original-Route von 1972 demonstriert und auf aktuelle Missstände im Jahr 2017 aufmerksam gemacht.

Alle Interessierten und Aktivist*innen sind dazu aufgefordert, auch einmal abseits der CSD-Saison für Akzeptanz, Vielfalt und gegen den aktuellen Rechtsruck zu protestieren.

Treffpunkt ist der Schlossplatz vor der Uni Münster.

Die Demo endet in der Stadt mit einem kleinen musikalischen Programm und Redebeiträgen aus der queeren Community.

Im Rahmen der Redebeiträge wird das diesjährige Motto sowie auch der/ die Botschafter*in des CSD Münster 2017 bekannt gegeben.

Podiumsdiskussion „Schwulendemo damals – LSBTI*-Bewegung heute“

Wann: 27.04.2017 um 19 Uhr
Wo: Hörsaal S8, Schloss der Universität Münster, Schlossplatz 2, 48149 Münster

Unter dem Motto „Schwulendemo damals – LSBTI*-Bewegung heute“ findet am 27. April um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion statt.

Was sind die Gemeinsamkeiten der Schwulenbewegung damals und der heutigen LSBTI*-Bewegung? Was unterscheidet sie? Welche Ziele hat die Bewegung erreicht? Welche Probleme stellen sich immer noch, welche sind hinzugekommen?

Wie politisch waren die Bewegungen damals und heute? Wie hat sich die Community geändert durch die Sichtbarkeit weiterer Gruppen und die zunehmende Diversität?

Und warum spricht man eigentlich immer noch von der ersten „Schwulendemo“ (Wikipedia), wenn doch auch Lesben mitdemonstrierten?

Moderiert wird der Abend von Patsy l’Amour laLove. Patsy l’Amour laLove ist Polit-Tunte aus Berlin und forscht zur Homosexuellenbewegung der 1970er Jahre.

Mit Beiträgen in diversen Medien beteiligt sie sich an aktuellen Diskussionen zu queeren Themen. Zuletzt erschien ihr Sammelband „Beißreflexe. Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten und Sprechverboten“.

Eintritt ist kostenlos.

1000-Kreuze Marsch in Münster – Gegendemo!

Stubengasse, Münster
Samstag, 18.3.17, 12 Uhr.

http://gegen1000kreuze.blogsport.de/

Auch im März 2017 werden an einem Samstag wieder fundamentalistische Christ*innen mit weißen Holzkreuzen durch Münster marschieren. Unter dem Motto „1000-Kreuze-für-das-Leben“ demonstrieren sie mit ihrem Gebetszug vor allem gegen ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch und damit gegen das Selbstbestimmungsrecht von schwangeren Personen. Die 1000 Kreuze sollen sinnbildlich für die, so behaupten sie, 1000 am Tag abgetriebenen Föten stehen. Diese Zahl ist absolut haltlos.

Das politische und christlich-religiöse Spektrum der Teilnehmer*innen ist breit gefächert. Das mit dem Gebetszug propagierte Weltbild impliziert reaktionäre Vorstellungen von Geschlecht, Sexualität und Familienleben: Queere Identitäten werden abgelehnt, Homosexualität und alle Formen des Begehrens abseits der heterosexuellen Zweierbeziehung verachtet. Sex soll vorallem der Fortpflanzung dienen und in der Ehe stattfinden. Deswegen werden auch Verhütungsmittel von einem Teil der Abtreibungsgegner*innen abgelehnt.
Alle Teilnehmenden des sogenannten „Gebetszugs“ vereint ein zweifelhafter Lebensschutzgedanke. Das Leben, das es für sie zu schützen gilt, ist das eines Fötus, nicht das der schwangeren Person.
In ihrer Argumentation setzen sie selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche mit der vom NS-Staat organisierten und durchgeführten ‚Euthanasie‘ gleich. ‚Euthanasie‘ war die systematische Ermordung von als ‚unwertes Leben‘ kategorisierten Menschen seitens der Nationalsozialist*innen. Als „unwert“ wurden Menschen mit sogenannter „körperlicher“ und/oder „geistiger bzw. psychischer Beeinträchtigung“ erklärt.
Anknüpfungspunkt für die fundamentalistischen Christ*innen ist der Umstand, dass mit Hilfe von selektiver Pränataldiagnostik immer häufiger nach sog. von der Norm abweichende Föten, gesucht wird. Diese Untersuchungen setzten schwangere Personen unter Druck, nur vermeintlich „gesunde“ Föten auszutragen. Tatsächlich ist die Kritik an vorgeburtlichen Untersuchungen angebracht, die ausschließlich der Selektion von Embryonen mit möglicher „Behinderung“ dienen. Es ist falsch, Frauen*rechte und Rechte von Menschen mit „Behinderungen“ gegeneinander auszuspielen.

Zudem beruft sich ein Teil der selbsternannten ‚Lebensschützer*innen‘ auf völkische Argumentationsmuster : Durch Schwangerschaftsabbrüche sterbe das ‚deutsche Volk‘ aus(wahlweise auch das ‚europäische Volk‘) oder gerate in die Minderheit. Weil diese Vorstellung sich mit den „Islamisierungsängsten“ von Rechtspopulist*innen und „Besorgten Bürger*innen“ überschneidet, ziehen Veranstaltungen wie der sogenannte Gebetszug auch immer wieder Personen und Gruppen aus dem völkisch-rechten Spektrum, wie zum Beispiel Identitäre Bewegung, Neonazis und AFD, an.

Die Bundestagswahl und verschiedene Landtagswahlen stehen an. Mit der AfD zieht wahrscheinlich eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag ein, die in den aktuellen rassistischen Diskussionen um Flucht und Migration massiv Stimmung macht. Neben ihrem – mal mehr, mal weniger – offen formuliertem Rassismus und ihren neoliberalen Forderungen setzt die Partei auch auf eine reaktionäre Geschlechter– und Familienpolitik. Ihre Forderungen richten sich gegen alternative Lebens- und Familienmodelle, gegen einen von ihnen als „Genderismus“ bezeichnete, Gleichstellungspolitik in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, und auch das Thema Schwangerschaftsabbruch ist Teil ihrer Agenda. Teile der AFD möchten zu einem vollständigen Abtreibungsverbot zurück und fordern eine „Willkommenskultur für Neu- und Ungeborene“. Sie stellen sich gegen jegliche Finanzierung von Abbrüchen durch den Staat. Diese Haltung fügt sich in ihre Wunschvorstellung eines stark autoritären Staates und einer ebenso strukturierten Gesellschaft ein. Hierbei bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für die selbsternannten ‚Lebenschützer*innen‘ und Gleichgesinnte. Viele der Themen, mit denen sich die AFD beschäftigt sind schon seit langem Teil der politischen und gesellschaftlichen Diskussion. Lobbyverbände wie „Christdemokraten für das Leben“ setzten sich seit Jahren in Deutschland und der EU für die Abschaffung straffreier Schwangerschaftsabbrüche ein. Rassistische Stimmungen, Gewalt gegen Geflüchtete und strukturellen Rassismus gab es auch schon vor der AFD!

Das Erstarken reaktionärer Kräfte beschränkt sich dabei nicht nur auf Deutschland. Auch anderswo feiern rechtpopulistische Parteien und Bewegungen mit antiemanzipatorischer Politik Erfolge, wie Beispiele in Frankreich, Polen oder in den USA zeigen.

Sichtbar wurde dies unter Anderem in Polen, als christliche Rechte einen Gesetzentwurf einbrachten, der Schwangerschaftsabbrüche per se unter Strafe stellen sollte. Breiter, offener und wütender Protest konnte dies verhindern.

Klar ist in jedem Fall: Die erreichten Erfolge und Teilerfoge emanzipatorischer und feministischer Kämpfe sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen auch in Zukunft verteidigt und als Anknüpfungspunkt für weitere Veränderungen genutzt werden. Es ist Zeit, sich gemeinsam zu organisieren, zu vernetzen und emanzipatorische Forderungen auf die Straße zu tragen!

Frühstück und Sprechstunden in der vorlesungsfreien Zeit

Hallo zusammen!

Wie ihr wohl alle wisst beginnt am 10.02.2017 die vorlesungsfreie Zeit.
Das Schwulenreferat wird in dieser Zeit weiterhin für euch da sein, allerdings in reduzierter Stundenanzahl.

Frühstück in den Ferien:

10.02.

24.02.

10.03.

24.03.

07.04.

21.04.

Die Sprechstunden am Dienstag und Donnerstag werden jeweils in den Wochen stattfinden in denen auch das Frühstück stattfindet.

Bei dringenden Problemen sind wir natürlich über unsere Email immer zu erreichen.

Liebe Grüße
Phil & Rayk

Queere Adventsfeier 2016

Auch dieses Jahr möchten wir euch wieder herzlich zu unserer gemeinsamen Adventsfeier mit dem Autonomen Lesbenreferat einladen.

Diese findet am 15.12.2014 um 19.00 Uhr im Alter Ego (Bergstr. 30a) statt.

Dazu haben sich die Referent*Innen des Schwulen- und Lesbenreferats zusammengesetzt und ein wunderbares Programm für euch ausgearbeitet.
Bei weihnachtlicher Atmosphäre, einem Quiz und anderen Aktionen habt ihr die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und einen gemütlichen Abend zu verbringen.

Wir hoffen, dass ihr zahlreich vorbei kommt!

P.S.: Es gibt kostenlos Punsch

Kreuz & queer vol. III

Es ist wieder so weit – die kreuz & queer geht in die nächste Runde!

15000826_1143663505749006_6187312499068759176_o Um 19:00 wird gestartet mit einem Vortrag von Katja Peglow (Riot Grrrl revisited) unter dem Motto:

 „POPFEMINISMUS – ZWISCHEN EMPOWERMENT UND SELBSTINSZENIERUNG“
(Beschreibung unten)

Nach dem Vortrag kann bei alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken und veganem Essen noch etwas weiter zu diskutiert werden, bevor es mit der QUEER-PARTY ab 21:00 weitergeht.

DJs:
Sylvie (80ies)
Mayday (Queer Hip Hop)
LC (Trash ’n‘ Pop)

Eintritt frei – Spenden erwünscht.
Die Baracke ist barrierefrei.
Scharnhorststr. 100
All Genders welcome.

Die kreuz & queer vol III wird veranstaltet von Autonomes Frauenreferat und We love Consent. Der Vortrag wird unterstützt durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.
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Popfeminismus – zwischen Empowerment und Selbstinszenierung:

Seitdem Miley Cyrus 2014 nackt auf einer Abrissbirne saß und sich als „eine der größten Feministinnen der Welt“ bezeichnete, werden feministische Themen auch im Mainstream der Popkultur verhandelt. Welche Möglichkeiten und Grenzen ergeben sich aus der Popkultur als Aktionsfeld des Feminismus? Inwieweit trägt die Repräsentation von Frauen* in der männerdominierten Popkultur zur Entwicklung von DIY Strukturen bei und ermöglicht die Aneignung subversiver Räume? Wird durch Popfeminismus eine Verbreitung emanzipatorischer Ansätze ermöglicht oder besteht andererseits vielleicht die Gefahr, dass Feminismus durch inhaltsleere (Selbst-)Inszenierungen zu einer hohlen Phrase verkommt? Inwiefern verliert der Feminismus emanzipatorische Inhalte, wenn es nur noch um „Ich mache was ich will“ geht? Inwieweit wird Selbstinszenierung als Emanzipation verkauft und was bleibt dann noch von einer emanzipatorischen feministischen Politik über? Und wie viel hat der Popfeminismus der 90er Jahre (Riot Grrrl?) noch mit den Nullerjahren-Feministinnen (Miley, Taylor, Beyonce) gemeinsam? Darüber soll an diesem Abend diskutiert werden

Vollversammlung der schwulen und bisexuellen Studenten 2016

Wann: 18.11.2016, 19:00 Uhr
Wo: Plenumsraum im AStA der WWU Münster, Schlossplatz 1, 48149 Münster

Die Vollversammlung dient zum Einen der Wahl der Referenten der homo- und bisexuellen Studenten. Darüber hinaus geben die Referenten einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Weitere Punkte können der Tagesordnung auf Wunsch des Plenums hinzugefügt werden.

Da nur Studierende Westfälischen Wilhelms Universität wahlberechtigt sind, muss ggf. zur Wahl auf Nachfrage ein gültiger Studienausweis vorgelegt werden. Nicht angehörige der WWU sind jedoch ebenfalls eingeladen, sich in die Diskussionen einzubringen.

Vorgeschlagene Tagesordnung:

1. Eröffnung der Vollversammlung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
2. Wahl des Versammlungsleiters, des Protokollführers und des Wahlleiters
3. Beschluss der Tagesordnung
4. Rechnungsbericht 2016
5. Rechenschaftsbericht & Entlastung der Referenten
6. Wahl der Referenten
7. Wahl des Kassenprüfers
8. Sonstiges

Bitte beachtet, dass an diesem Tag das Frühstück ausfällt. Dafür laden wir Euch nach der Vollversammlung abends noch zum netten Beisammensein im Referatsbüro ein.Außerdem besteht die Möglichkeit, danach noch weiter in die Altstadt zu ziehen.

Nach Orlando: Die »queer community« übt die kulturalistische Unterwerfung

Vortrag und Diskussion mit Tjark Kunstreich

Wann: 27.10.2016, um 19:30 Uhr
Wo: Hörsaal F2 Fürstenberghaus, Domplatz 20-22, 48143 Münster

Die Mutmaßungen über den Massenmörder, der am 12. Juni 2016 im Pulse-Club im Alleingang einen Pogrom exekutierte, sowie die Art und Weise, in der die »queer community« den 49 Ermordeten gedenkt, haben eines gemeinsam: das Schweigen über den islamistischen Hintergrund der Tat.
Dem Mörder wird zugeschrieben, er sei »homophob« aus der Verdrängung der eigenen Homosexualität gewesen; die Ermordeten werden zu Opfern zu lascher Waffengesetze in den USA. Entsprechend wendet sich die Community gleichermaßen gegen »Islamophobie und Homophobie« und protestiert in vorauseilender Empörung gegen die Stigmatisierung von Muslimen.

Die Möglichkeit aber, dass dieser Massenmord an Menschen, die in einem schwulenfreundlichen Club feierten, selbst mit strengsten Waffengesetzen stattgefunden hätte, weil der Täter Schwule und Lesben treffen wollte, weil er deren Freiheit gehasst und weil er im Namen des Islams gehandelt hat, kann nicht in Betracht gezogen werden.
Denn das würde bedeuten, dass sich die Opfer von Orlando in nichts von denen im Bataclan in Paris, von denen in Bagdad oder Istanbul oder Tel Aviv unterscheiden und dass deren Gemeinsamkeit wiederum – leider – nur im Bewusstsein der Mörder existiert: Sie stehen für den Westen, die Dekadenz, die Musik-Fans, die Alkoholtrinker, die emanzipierten Frauen, die Juden, die Homosexuellen, die Transsexuellen.

In diese Gemeinsamkeit, wie sie von den Islamisten von Dhaka bis Orlando hergestellt wird, möchte sich die »queer community« nicht einreihen, im Gegenteil: Israel und der Westen sind ihr verdächtig, weil sie den Homo- und Transsexuellen Rechte gewährt, die unterdessen fast als selbstverständlich wahrgenommen werden. Sich zu diesen Rechten zu bekennen und für sie einzustehen, würde bedeuten: einzugestehen, dass das tatsächliche »Pinkwashing« – die Freundlicherwerdung des Westens durch die unbewusste Integration der Homoerotik in der kommerziellen Kulturindustrie, Mode, Popmusik, deren institutioneller Ausdruck die neuen Homorechte sind – erfolgreich war und die Homosexuellen dafür von den Feinden dieser Freundlichkeit zum Symbol erhoben werden – so wie die Juden für die Wohltaten der »Verjudung« verantwortlich gemacht werden. Die Reaktion dieser »community« auf den Massenmord von Orlando ist daher ein Aspekt kulturalistischer Unterwerfung.

Tjark Kunstreich, geb. 1966, Publizist und Sozialarbeiter, hat in den letzten zwanzig Jahren zahlreiche Beiträge zur Gesellschaftskritik u.a. für konkret und Jungle World geschrieben. Buchveröffentlichungen: Ein deutscher Krieg. Über die Befreiung der Nation von Auschwitz (1999), Nach dem Westen (2004) und Dialektik der Abweichung. Über das Unbehagen in der homosexuellen Emanzipation (2015).

Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats im AStA der Universität Münster in Kooperation mit der Gruppe et2c.